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lwl Marsberg

Kranke Kinder haben Rechte, zum Beispiel das Recht auf Lernen und Bildung!

Dieses Recht nimmt unsere Klinikschule in Paderborn sehr ernst. Wir machen jedem Kind ein individuelles Lernangebot, nach Alter gestaffelt, zwischen 10 und 18 Unterrichtsstunden. Hierzu können die Schülerinnen und Schüler die Klinik verlassen und besuchen unsere Schule in einem für die Schule neugestalteten, nahen Schulgebäude.

Nicht alle angebotenen Schulstunden können von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden, denn „Therapie geht vor!“. Klar, denn ein Kind in einer Klinik muss Kraft und Zeit zur Gesundung haben.

Der Unterricht unserer Klinikschule folgt dem Leitgedanken: Schule ist ein Teil der Therapie, ohne selbst therapeutisch zu arbeiten.

Als Bestandteil der Therapie will unsere Schule ein Stück Normalität außerhalb des Klinikalltags abbilden, um einerseits die Aufgaben der Heimatschule eines Kindes nicht aus dem Blick zu verlieren, andererseits aber auch um schulisch auf den ersten Blick eher ungewöhnliche Lernangebote zu machen, um Lerninteresse und Leistungsfähigkeit zu fördern, zu erhalten oder erst einmal überhaupt wieder anzubahnen.

Wir unterrichten in Lerngruppen von bis zu 8 Kindern. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen Gemeinschaft und Nähe erleben, sich unterrichtlich austauschen, aber auch das gesamte Spektrum an schulischen Regeln für eine gute Lernatmosphäre erproben können. Ähnlich des Klassenlehrerprinzips sind für eine Lerngruppe nur ein oder zwei Lehrkräfte zuständig, um Vertrauen und Beziehung aufbauen zu können.   Wenn es individuell notwendig ist, erteilen wir natürlich auch Einzelunterricht.

Nicht nur die Lernatmosphäre während der Unterrichtszeit ist uns wichtig, sondern auch eine positive Arbeitsatmosphäre durch eine enge Zusammenarbeit mit den Pflegekräften, den Therapeut:innen und Ärzt:innen. Nur so wird eine ganzheitliche, multiprofessionelle Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen umsetzbar.

Die Gestaltung unseres Schullebens bezieht alle mit ein. So wird unsere Schule für die Kinder außerhalb des Unterrichts zu einem Lebensraum, in dem sich unsere Schülerinnen und Schüler wohlfühlen. Hierzu tragen unterschiedliche Aktionen bei: wir fahren mit den Schüler:innen und Schülern in den Zoo, gestalten mit ihnen und dem Klinikpersonal Schulfeste und arbeiten in unterschiedlichen AGs an vielen kleinen Projekten mit unterschiedlichen Techniken und Materialien; oft zusammen mit Pflegekräften!

Und noch eines ist für uns bedeutsam: Wir wollen den Kindern und Jugendlichen „nicht Fische, sondern Angeln geben“, wie der Musiker Fritz Rau einmal anmerkte. Angeln geben bedeutet für uns:

(Weiter) Lernen (wieder) lernen!

Auf dem Bild ist das Kollegium zu sehen. 

Unsere Schule

Wie wir arbeiten ...

Wir arbeiten bezogen auf die jeweiligen Schulstufen und Schulformen fachabhängig nach dem jeweils aktuellen Lehrplan des Landes NRW.

Um den individuellen Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, arbeiten wir an:

  • der Anbahnung und dem Aufbau von Lernmotivation
  • der Vermittlung positiver sozialer Kontakte
  • der Stärkung ihres Selbstwertgefühls durch Lernerfolge
  • der Entlastung von Leistungsdruck
  • dem Erleben von Lernerfolgen trotz Krankheit
  • der Verminderung und Vermeidung von Lerndefiziten
  • der Reintegration in den Klassenverband, aber bei Bedarf auch Einzelunterricht auf der Station

Wie der Schulalltag abläuft

An dieser Stelle möchten wir dich einladen, dir einen ersten Eindruck davon zu machen, was dich an einem Schultag bei uns erwartet:

Unterrichtsbeginn ist bei uns für alle Schülerinnen und Schüler um 7.55 Uhr. Die Schulstunden dauern bei uns 60 Minuten. Zwischen den Stunden sind fünf Minuten Pause, zwischen der zweiten und dritten Stunde hast du 15 Minuten Pause. Diese kannst du gern auf dem Schulhof oder bei Regenwetter in der Schule verbringen. Dein Schultag endet um 12.20 Uhr nach der vierten Stunde.

Wenn du Interesse hast, kannst du nach dem Mittagessen auf der Station von 13.30 Uhr – 15.00 Uhr von montags bis donnerstags noch unterschiedliche Angebote wahrnehmen (z. B. Kochen, Knobeln oder Nähen). Freitags endet der Schultag für dich schon nach der dritten Stunde um 11.15 Uhr. Im Anschluss besprichst du jeden Freitag mit dem Lehrer oder der Lehrerin (Tutor oder Tutorin), die für deine Station zuständig ist, deinen Stundenplan für die kommende Woche. Gefällt dir alles, bleibt es so, gibt es Dinge, die dich stören, wird versucht eine Lösung zu finden.

In welchem Umfang du an unserem Schulangebot teilnimmst, entscheidet dein Therapeut.

Kooperation mit der Klinik

Um dir einen guten Schulalltag zu ermöglichen und deine Bedürfnisse dahingehend zu berücksichtigen, tauscht sich dein Tutor oder deine Tutorin einmal in der Woche mit dem Team der Station aus. Wir arbeiten dabei eng zusammen, um für dich die bestmögliche Situation während des Aufenthaltes zu gestalten.

Jahrgangsstufen, Kern- und Sachfächer

In den Kernfächern (Deutsch, Englisch und Mathematik) wirst du in Jahrgangsstufen unterrichtet: es gibt die Jahrgangsstufen 5/6, 7/8 und 9/10 (Oberstufenschüler und Berufskollegschüler werden oberstufengerecht durch die entsprechenden Kollegen unterrichtet). Die Lerngruppe sind klein um dir eine angenehme Atmosphäre zu bieten. In den Sachfächern, die wir bei uns an der Schule anbieten, bist du dann mit Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen zusammen.

Kooperation mit der Heimatschule

Um die Rückführung in die Heimatschule möglichst reibungslos zu gestalten/garantieren, arbeiten wir mit den jeweiligen Kolleg:innen intensiv bzgl. eines Austauschs von Material und schulischer Informationen zusammen.

Schulleitung

Schulleitung

Christian Bohle 

Tel.: 05251/68 22 1-3680

E-Mail: christian.bohle@lwl.org

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Zoobesuch

Einmal im Leben einen Elefanten zu füttern - das ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Kinder und Jugendlichen sowie die Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LWL-Klinikums Marsberg am Standort Paderborn hatten jetzt das Vergnügen. Auf Einladung der Klinikschule Paderborn hat die Paderborner Klinik und die Tagesklinik den Allwetter Zoo in Münster besucht. Eine zweckgebundene Spende von 1.500 Euro der Paderborner Soroptimistinnen (SI-Club Paderborn) an die Klinikschule hat dieses Erlebnis möglich gemacht.

Dr. Dorothee Kronlage, Daniela Meschede und Helga Voß vom SI-Club in Paderborn haben sich im Vorfeld bei mehreren Besuchen und in Gesprächen umfassend über die Paderborner Kinder- und Jugendpsychiatrie informiert. "Psychische Erkrankungen können jeden Menschen zu jeder Zeit treffen. Besonders die professionelle Behandlung psychischer Probleme in jungen Jahren hilft dabei, schädigende Verhaltensmuster früh zu durchbrechen, um junge Menschen auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Wir freuen uns außerdem sehr darüber, dass wir mit unserer Spende nicht nur die Kinder und Jugendlichen eine Freude bereitet haben, sondern auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern."

Leichtigkeit & Lebensfreude 

Der Ärztliche Direktor des LWL-Klinikums Marsberg, Privatdozent Dr. Robert Waltereit, sagt: "Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Soroptimistinnen. Diagnostik und Therapie sind unser Alltag. Uns fehlt das Geld für Ausflüge, gemeinsame Erlebnisse oder Extra-Spielgeräte. Die berühmten kleinen i-Tüpfelchen, die das Leben einfach ungemein bereichern. Spenden ermöglichen uns die Finanzierung von diesen Dingen, damit wir abseits vom Klinikalltag den Kindern und Jugendlichen durch solche Ausflüge wie den Zoobesuch etwas Leichtigkeit und Lebensfreude schenken können."
 

In der Tagesklinik haben sich die Jugendlichen auf den Zoobesuch an einem Projekttag gut vorbereitet und konnten sich durch die Ergebnisse ihrer Recherchen sicher im Zoo zurechtfinden. Schulleiter Christian Bohle und seine Stellvertreterin Josefa Arendes-Gründer, die den Kontakt zu den Paderborner Soroptimistinnen pflegen und den Ausflug organisierten, sagten: "So ein Tag abseits des Alltags bewirkt Wunder. Der hohe Betreuungsschlüssel ermöglichte 1:1-Betreuungen, wann immer dies nötig war. So konnte auf individuelle Bedürfnisse eingegangen und bei Unmut sofort interveniert werden. Besonders das Füttern der Elefanten hat uns alle begeistert. Das pädagogische Konzept, positive Emotionen durch den Kontakt zu Tieren, war auf allen Gesichtern deutlich zu lesen."