Die Tagesklinik
Die Tagesklinik ist ein Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Wenn ein ambulantes Angebot nicht ausreicht aber der Klinikaufenthalt auch nicht infrage kommt, greift das teilstationäre Angebot.
In die Tagesklinik gehen Patient:innen von 8 bis 16 Uhr. In dieser Zeit erleben die jungen Menschen einen strukturierten Tagesablauf aus Therapien, Unterricht in der klinikeigenen Schule und Freizeit. Die Betreuung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team. Die Tagesklinik ist eine Klinik ohne Bett. Abends und am Wochenende sind die jungen Patient:innen zuhause.
Tageskliniken sind ein zentraler Baustein für eine gute psychiatrische Versorgung vor Ort. Die Kinder und Jugendlichen bleiben in ihrem gewohnten Umfeld. Entweder in ihrer Familie, bei ihren Bezugspersonen oder in ihren Wohngruppen. In Therapien Erlerntes kann so gleich im Alltagsgeschehen und in den vertrauten sozialen Strukturen angewendet werden.
Wer geht in die Tagesklinik?
In der Tagesklinik sind Kinder und Jugendliche im Alter von 6-18 Jahren, oft gibt es eine Kindergruppe und eine Jugendlichengruppe. In der Tagesklinik kannst du auch zur Klinikschule gehen, kannst Einzelgespräche führen, Fachtherapien machen, Medikamente bekommen, Diagnostik machen und therapeutische und pflegerische Aktivitäten in der Gruppe wahrnehmen.
Es gibt Elterntrainings und fast all das, was es in der Klinik auch gibt. Du musst allerdings so verlässlich sein, dass du ohne Krisen die Nächte und Wochenenden zu Hause schaffst und dich melden kannst, wenn es dir schlechter geht.
Wie komme ich in die Tagesklinik?
Manchmal bietet es sich an, nach dem stationären Aufenthalt einen Aufenthalt in der Tagesklinik anzuschließen. Zum Beispiel dann, wenn du noch nicht „stabil“ genug bist, um nach Hause entlassen zu werden.
Oder wenn du noch etwas mehr Unterstützung brauchst, bevor du und deine Eltern das Gefühl haben zu Hause gut klar zu kommen. Dann kann die Tagesklinik ein sinnvoller Zwischenschritt sein.
Wenn du und dein/e ambulante/r Therapeut/in das Gefühl haben ambulant reicht nicht, aber für eine stationäre Aufnahme ist die Situation auch nicht akut genug, dann kannst du dich auch geplant bei der Tagesklinik vorstellen und auf eine Warteliste setzen lassen.
Wo gibt es Tageskliniken?
In unserem Einzugsgebiet (Landkreise Paderborn, Höxter und der Hochsauerlandkreis) haben wir vier Tageskliniken und zwar in Marsberg, Paderborn, Höxter und Meschede.
Alle vier Tageskliniken arbeiten mit der LWL-Klinik in Marsberg zusammen, bieten zwischen 10-12 Behandlungsplätze an, haben ähnliche Therapieangebote und können sich auch untereinander austauschen. Bei Interesse kannst du dich in der Tagesklinik melden, die deinem Wohnort am nächsten ist.