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Tanztherapie

Tanztherapie

Erfahrung durch Bewegung

Tanztherapie ist ein körperorientierter kreativer psychotherapeutischer Ansatz, bei dem es darum geht, mit Tanz, Bewegung und Körperarbeit dabei zu helfen, Reifungsprozesse nachzuholen, neue, heilsame Erfahrungen zu machen und diese ins alltägliche Verhalten im eigenen Leben zu integrieren. Das breit gefächerte Anwendungsspektrum pädagogischer, sowie therapeutischer Bewegungsarbeit bietet zahlreiche Möglichkeiten der Selbstwahrnehmung und -veränderung und kann dort wirksam werden, wo verbale Therapie an Grenzen stößt oder - viel mehr noch - sinnvoll ergänzt wird. 

Bei so manchen Jugendlichen stößt man nicht selten auf Zurückhaltung und Skepsis, wenn sie die Begriffe ‘Tanztherapie‘ oder ‘Körperwahrnehmung‘ hören. Auf der anderen Seite äußern Patient:innen häufig aber auch ihren großen Wunsch nach Verbesserung, Hilfe, Gesundung und Normalität. So ist ihre eigene Motivation ebenso Bedingung für die Teilnahme an tanztherapeutischen Maßnahmen wie eine vorher erteilte schriftliche ärztliche Verordnung dafür und die Festlegung eines individuell relevanten Therapiezieles in tanz-, bewegungs- oder körperbezogener Hinsicht.

Zum Therapieziel gehört immer die Entwicklung von Achtsamkeit und Akzeptanz sich selbst gegenüber, ein JA zur eigenen Person zu finden. Am eigenen Körper und seinen Empfindungen damit zu beginnen, ist eine Möglichkeit mit der Aussicht, sich mit diesem (wieder) anzufreunden.

Durch Leichtigkeit und Ausgelassenheit bei Tanz und Bewegung entdecke ich Freude und Unbekümmertheit wieder, die vielleicht schon lange nicht mehr zu meinem Leben gehört haben. Spannungen und Blockaden lösen sich langsam durch fließende Bewegungen, oder sie machen sich als zurückgehaltene Wut und Ärger Luft und werden als ernstzunehmend und berechtigt erlebt, sodass sie nicht länger unterdrückt und selbstzerstörerisch gegen mich selbst oder andere gerichtet werden müssen. In der Wahrnehmung meines Körpers werde ich sicherer in meinem Standpunkt, meiner Selbstständigkeit und realistischen Selbsteinschätzung. In der Veränderung meiner Körperhaltung traue ich mich allmählich, mich aufzurichten, durchzuatmen Raum einzunehmen, mich zu zeigen und mache die Erfahrung, daß ich dadurch von außen ernst genommen werde und ich mich selbst entsprechend verhalten kann.