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Bindungsstörungen

Eine Bindungsstörung entsteht in den ersten 5 Lebensjahren durch schwerwiegende Traumata wie Kindesmisshandlung, Missbrauch oder massive Vernachlässigung. Weitere Ursachen sind Verluste von Beziehungspersonen, langandauernde Abbrüche von Beziehungen und schwere psychische oder körperliche Erkrankungen der Eltern. Bei schweren Fällen kommt es zu Wachstumsstörungen.

Die Bindungsstörung ist häufig ein Vorläufer von verschiedenen psychischen Störungen im späteren Lebenslauf wie Persönlichkeitsstörungen.

Die Therapie der Bindungsstörung wird durch verschiedene Bezugspersonen, Therapeuten und Ärzte gemeinsam gestaltet. Entscheidend ist dabei, dem Kind ein stabiles, sicheres und förderndes Umfeld zu schaffen. Dabei können Medikamente z. B. bei Depression oder aggressivem Verhalten hilfreich sein.

Reaktiven Bindungsstörung des Kindesalter

Bei der Reaktiven Bindungsstörung des Kindesalters treten vor allem emotionale widersprüchliche Reaktionen auf, die für Außenstehende nicht immer erklärbar sind. Diese Emotionen sind unter anderem erkennbar durch Aggressionen gegen sich selbst oder andere, verschiedene Ängste, Unglücklichsein, Übervorsichtigkeit, und einer Mischung von Annäherung und Vermeidung von Beziehungen zu Betreuungspersonen.

Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung

Bei der Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung handelt es sich um eine nicht angemessene Reaktion auf Beziehungsangebote von fremden Personen mit wahlloser Freundlichkeit und Distanzlosigkeit und Aufmerksamkeitssuchendes Verhalten. Emotionale Auffälligkeiten sind nicht im Vordergrund, dennoch kann aggressives Verhalten gegen sich oder andere auftreten. Es bestehen kaum feste soziale Bindungen, bei Traurigkeit wird daher Trost entweder bei Keinem oder wahllos bei Jedem gesucht.